Cäsar, Paula und die Prozessfähigkeit

Um unterschiedlichste Prozesse bewerten und effektiv optimieren zu können, bedarf es der Prozessfähigkeitsanalyse. Sie bedient sich einer stringenten Logik und gibt mit den vier Werten Cp | Cpk | Pp | Ppk dem Kenner Auskunft, was in welcher Reihenfolge zu tun ist.
Die Prozessfähigkeitsanalyse ist der Versuch, die Leistung eines Prozesses darzustellen und so eine Bewertungsgrundlage zu schaffen. Daraus ergeben sich mehrere Anforderungen:
- Die Berechnung auf Basis unterschiedlicher Datenarten
- Die Schätzung von einer Stichprobe auf den laufenden Prozess, also die Grundgesamtheit
- Die Einhaltung von Regeln für die Analyse der Prozessleistung
Der richtige Stichprobenumfang als Grundlage
Die vier wichtigen Prozessfähigkeitsindizes
Der kleine, bedeutende Unterschied zwischen Cäsar und Paula
- Cäsar: Die potenzielle ProzessfähigkeitFür die potenzielle Prozessfähigkeit, die Cäsar-Werte, wird die sogenannte Standardabweichung „innerhalb“ genutzt. Hier wird versucht, möglichst genau die Streuung des Prozesses ohne die Streuungseinflüsse von außen zu ermitteln. Wie die Standardabweichungen ermittelt werden, ist im Anhang erläutert. Damit wird ausgedrückt, wie gut der Prozess laufen könnte, wenn er nicht durch Störeinflüsse von außen gestört würde, eben die potenzielle Prozessfähigkeit.
- Paula: Die kundenrelevante Prozessfähigkeit Die Standardabweichung der Paula-Werte bezieht alle Streuungseinflüsse mit ein. Daher ist sie die kundenrelevante Prozessfähigkeit.
Bewertung von Prozessen
- Bewertung bzgl. der Streuung: Cp und Pp Schaut man sich die Cp- bzw. Pp-Werte an, wird die Streuung des Prozesses dargestellt. Von Ihr kann im ersten Schritt abgeleitet werden, ob die Streuung kleiner ober, besser noch, wesentlich kleiner ist als die Vorgabe durch den Prozess (= Toleranz) oder Spezifikation (= Kundenvorgabe).
- Bewertung bzgl. der Mittellage: Cpk und Ppk Der Cpk- bzw. Ppk-Wert gibt das Risiko an, dass ein Prozess aus der Mittellage in Richtung einer Toleranzgrenze bzw. einer Spezifikationsgrenze wandert.
Anwendung und Vorgehen in der Praxis
Die zielführende Optimierungsstrategie ableiten
Merke
- Cäsar-Werte (Cp, Cpk) -> potenzielle Prozessfähigkeit
- Paula-Werte (Pp, Ppk) -> kundenrelevante Prozessfähigkeit
- Xp-Werte -> Streuungsauskunft
- Xpk-Werte -> Lageauskunft
- Es gilt: Erst Cäsar dann Paula optimieren. Erst Streuung dann Lage optimieren.
Cindy Heinzemann
Training, Coaching, KursentwicklungDank ihrer langjährigen und umfassenden Erfahrung in der Leitung von LEAN- und SIX SIGMA-Projekten sowie im Coaching begleitet Cindy Heinzemann unsere Teilnehmenden zielgerichtet durch die Kurse. Mit ihrem fundierten Fachwissen und ihrer positiven Art versteht sie es, theoretische Inhalte mit praxisnahen Erfahrungsberichten zu verbinden und dadurch den Lernerfolg zu gewährleisten. Als zertifizierte Nachhaltigkeitsmanagerin (TÜV) liegt es ihr sehr am Herzen, die Zukunftsfähigkeit für Neuentwicklungen oder Verbesserungen von Produkten und/oder Prozessen als Selbstverständlichkeit zu berücksichtigen und somit nachhaltige Lösungen zu gewährleisten.